Frau Holle

Frau Holle ist eine bekannte Märchenfigur, deren tiefer gehende Bedeutung in Vergessenheit geraten ist. Im Märchen „Goldmarie und Pechmarie“ der Gebrüder Grimm ist das Reich der Frau Holle beschrieben: Eine blühende, lichte Wiese, auf der vollbeladene Apfelbäume stehen. Wenn Frau Holle in ihrem Reich ihre Federbetten ausschüttelt, schneit es auf der Erde. Wer das Reich der Frau Holle betritt, stellt die Weichen für das, was ihm die Zukunft bringt, nämlich einen Eimer Gold oder einen Eimer Pech. Was im Reich der Holle geschieht hat Auswirkungen auf das Erdenleben.

Im Reich der Frau Holle überwintern die Pflanzensamen, bevor sie im Frühling zu neuem Leben erwachen. Frau Holle spinnt die Schicksalsfäden jedes einzelnen Menschen und webt sie zu dem großen Teppich zusammen, den wir Realität nennen.

Frau Holle ist die nordeuropäische Entsprechung der Göttin „Mutter Erde“, wie sie bei den indigenen Völkern Amerikas verehrt wird. Der Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl hat darauf als Erster hingewiesen.