Heilkräuter

Heute bieten Heilpflanzen – neben der Hilfe bei normalen Alltagsbeschwerden von Erkältung bis Magenproblemen – eine Fülle von Möglichkeiten, um das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. In der modernen Zeit, welche die Menschen vor immer neue Herausforderungen stellt, sind Heilpflanzen eine echte Stütze, um die eigene Balance wieder zu finden.

Heilkräuter begleiten den Menschen seit der Urzeit. Beispielsweise trug der Gletschermann „Ötzi“, der 1991 in Südtirol gefunden wurde und vor über 5.000 Jahren gelebt hatte, einen Birkenporling (Piptoporus betulinus) bei sich. Dieser hilft gegen Darmparasiten (wie Ötzi sie hatte) und hat darüber hinaus entzündungshemmende und antibiotische Wirkung. Es macht Sinn, den Birkenporling auf eine Bergwanderung mitzunehmen, für den Fall, dass man sich verletzt.

Ein Teil der Heilkräuterkunde bildet das traditionelle Wissen über die Wirkung der einzelnen Kräuter. Eine weitere Komponente der Heilkräuterkunde ist ein anatomisches Grundwissen vom menschlichen Körper sowie Kenntnis über die menschliche Psyche.

Ergänzt wurde diese Dreier-Kombination zu Zeiten der alten Kräuterärzte in den vergangenen Jahrhunderten von Diagnose-Techniken, wie wir sie heute aus der Traditionellen Chinesischen Medizin kennen. Puls- und Zungendiagnose konnten dem Kräuterarzt zusätzliche Hinweise auf mögliche Krankheitsursachen geben.

Dieses Bündel aus Kenntnissen und Fertigkeiten ermöglichte früher (und in manchen Ländern noch heute) eine ganzheitliche Kräuterkunde, in der das richtige Kraut nicht nur für eine bestimmte Beschwerde verabreicht wurde, sondern auf die gesamte Lebenssituation des ratsuchenden Menschen zugeschnitten wurde.